Gefährdungsbeurteilung Vorlage: Kostenlos & rechtssicher (2026)
Kostenlose Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG. Mit Ausfüllhilfe, Beispielen und Tipps für eine rechtssichere Dokumentation.
Safe Forward Redaktion
14. Juli 2026
Eine Gefährdungsbeurteilung von Grund auf neu zu erstellen ist aufwendig — eine gute Vorlage spart Zeit und stellt sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Dieser Artikel stellt eine strukturierte Vorlage mit Ausfüllhilfe vor und erklärt, wie Sie sie rechtssicher einsetzen.
Was muss eine Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung enthalten?
Bevor Sie eine Vorlage herunterladen oder erstellen, sollten Sie wissen, welche Inhalte gesetzlich gefordert sind. Das Arbeitsschutzgesetz (§5, §6 ArbSchG) und die DGUV Vorschrift 1 schreiben vor:
Pflichtfelder:
- Datum der Beurteilung und Datum der letzten Überprüfung
- Beurteilter Arbeitsbereich / Tätigkeit
- Name der beurteilenden Person (und ggf. Funktion)
- Ermittelte Gefährdungen (mit Beschreibung)
- Bewertung der Gefährdung (Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadensausmaß)
- Festgelegte Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip
- Verantwortliche Person für die Umsetzung
- Umsetzungsfrist
- Ergebnis der Wirksamkeitskontrolle
Optional, aber empfohlen:
- Anwesende Personen bei der Beurteilung (Mitarbeiterbeteiligung dokumentieren)
- Rechtsgrundlagen der Maßnahmen
- Fotos oder Skizzen der Arbeitsplätze
- Verweise auf Betriebsanweisungen
Eine vollständige Anleitung zum Erstellen der GBU finden Sie in unserem Artikel: Gefährdungsbeurteilung erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Vorlage: Gefährdungsbeurteilung (Grundstruktur)
Kopfzeile / Stammdaten
Unternehmen: ________________________________
Abteilung / Bereich: ________________________________
Tätigkeit: ________________________________
Datum der Beurteilung: ________________________________
Nächste Überprüfung: ________________________________
Beurteilt durch: ________________________________
Funktion: ________________________________
Abschnitt 1: Gefährdungsermittlung
Gehen Sie systematisch durch alle relevanten Gefährdungskategorien:
| Nr. | Gefährdungskategorie | Konkrete Gefährdung | Vorhanden? | |-----|---------------------|---------------------|------------| | 1 | Mechanische Gefährdungen | z.B. bewegliche Maschinenteile, scharfe Kanten | Ja / Nein | | 2 | Elektrische Gefährdungen | z.B. freiliegende Leitungen, defekte Geräte | Ja / Nein | | 3 | Gefahrstoffe | z.B. Lösemittel, Stäube, Säuren | Ja / Nein | | 4 | Thermische Gefährdungen | z.B. Hitze, Kälte, heiße Oberflächen | Ja / Nein | | 5 | Biologische Gefährdungen | z.B. Bakterien, Schimmelpilze, Körperflüssigkeiten | Ja / Nein | | 6 | Lärm und Vibration | z.B. Lärmexposition > 80 dB(A), Handvibration | Ja / Nein | | 7 | Strahlung | z.B. UV-Strahlung, Laserklasse 2+ | Ja / Nein | | 8 | Ergonomische Gefährdungen | z.B. Heben > 25 kg, Zwangshaltungen > 4h | Ja / Nein | | 9 | Psychische Belastungen | z.B. Zeitdruck, Monotonie, Konflikte | Ja / Nein | | 10 | Absturz und Stolpern | z.B. Höhenarbeiten, nasse Böden | Ja / Nein |
Abschnitt 2: Risikobewertung
Für jede identifizierte Gefährdung:
Gefährdung Nr.: ____
Bezeichnung: ________________________________
Eintrittswahrscheinlichkeit:
[ ] Selten (< 1× im Jahr)
[ ] Gelegentlich (mehrmals im Jahr)
[ ] Häufig (täglich / wöchentlich)
Schadensausmaß:
[ ] Gering (Erste Hilfe, kein Ausfall)
[ ] Mittel (Arbeitsausfall < 3 Tage)
[ ] Schwer (Arbeitsausfall > 3 Tage oder bleibende Schäden)
[ ] Kritisch (Lebensgefahr, Invalidität)
Risikoeinstufung:
[ ] Gering → Schutzmaßnahmen empfohlen
[ ] Mittel → Schutzmaßnahmen zeitnah umsetzen
[ ] Hoch → Sofortmaßnahmen erforderlich
Abschnitt 3: Schutzmaßnahmen
Maßnahme Nr.: ____
Beschreibung: ________________________________
Art der Maßnahme:
[ ] T – Technisch (z.B. Schutzvorrichtung)
[ ] O – Organisatorisch (z.B. Betriebsanweisung, Rotation)
[ ] P – Personenbezogen (z.B. PSA)
Verantwortliche Person: ________________________________
Umsetzungsfrist: ________________________________
Status:
[ ] Geplant
[ ] In Umsetzung
[ ] Umgesetzt
Abschnitt 4: Wirksamkeitskontrolle
Kontrolldatum: ________________________________
Durchgeführt durch: ________________________________
Ergebnis:
[ ] Maßnahme wirksam — Gefährdung beseitigt / ausreichend reduziert
[ ] Maßnahme teilweise wirksam — weitere Maßnahmen erforderlich
[ ] Maßnahme nicht wirksam — neue Maßnahmen festlegen
Bemerkungen: ________________________________
Nächste Überprüfung: ________________________________
Abschnitt 5: Unterschriften
Beurteilende Person: __________________ Datum: _______
Sicherheitsbeauftr.: __________________ Datum: _______
Betriebsrat (falls vorh.): ______________ Datum: _______
Geschäftsführung: __________________ Datum: _______
Ausfüllhinweise und typische Fehler
Gefährdungen zu allgemein beschreiben Falsch: "Unfallgefahr an Maschine" Richtig: "Quetschgefahr durch Einzugsstellen am Förderband, Bereich Halle 2, Station 4"
Maßnahmen ohne Termin und Verantwortliche Falsch: "Schutzvorrichtung anbringen" Richtig: "Lichtschranke an Station 4 installieren — verantwortlich: Herr Müller (Wartung), bis 15.08.2026"
Psychische Belastungen vergessen Seit 2013 sind psychische Belastungen gesetzlich vorgeschrieben. Schichtarbeit, Monotonie, Arbeitsdichte müssen bewertet werden.
Keine Mitarbeiterbeteiligung Beziehen Sie Mitarbeiter in die Beurteilung ein — sie kennen die tatsächlichen Risiken an ihrem Arbeitsplatz.
Alle Fehler im Detail: Gefährdungsbeurteilung erstellen: Die 7 Schritte
Digitale Alternative: GBU ohne Vorlage und Excel
Eine Word- oder Excel-Vorlage ist der klassische Einstieg — hat aber dieselben Schwächen wie alle anderen Excel-Lösungen: keine automatische Fristenverwaltung, kein Versionsverlauf, keine digitale Zusammenarbeit.
Safe Forward bietet eine vollständig digitale GBU-Verwaltung:
- Strukturierte Eingabemaske mit allen Pflichtfeldern
- Risikomatrix automatisch berechnet
- Maßnahmen direkt mit Verantwortlichen und Fristen verbinden
- Wirksamkeitskontrolle dokumentieren
- Versionshistorie automatisch gespeichert
- Export als PDF für Betriebsprüfungen — jederzeit
Lesen Sie auch: Digitale Sicherheitsunterweisung — so geht's richtig
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Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich eine Vorlage aus dem Internet für mein Unternehmen verwenden? Ja, als Ausgangspunkt. Aber Sie müssen die Vorlage auf Ihre konkreten Arbeitsbereiche und Tätigkeiten anpassen. Eine generische Vorlage allein erfüllt nicht die gesetzliche Anforderung der tätigkeitsbezogenen Beurteilung.
Gibt es offizielle Vorlagen der Berufsgenossenschaften? Ja. Die meisten Berufsgenossenschaften stellen branchenspezifische Vorlagen und Hilfsmittel kostenlos zur Verfügung. Diese sind auf die typischen Gefährdungen in Ihrer Branche zugeschnitten und ein guter Ausgangspunkt.
Muss jeder Mitarbeiter die Gefährdungsbeurteilung unterschreiben? Nein. Die GBU unterschreibt die beurteilende Person und ggf. der Sicherheitsbeauftragte. Mitarbeiter bestätigen Kenntnisnahme typischerweise in der Unterweisung, nicht in der GBU selbst.
Wie viele Gefährdungsbeurteilungen brauche ich? Eine pro Arbeitsbereich und Tätigkeit. Ein Bürobetrieb mit 20 Mitarbeitern an ähnlichen Tätigkeiten kommt ggf. mit einer GBU aus. Ein Produktionsbetrieb mit 10 verschiedenen Arbeitsbereichen braucht mindestens 10 GBUs.
Muss die GBU dem Betriebsrat vorgelegt werden? Ja. Der Betriebsrat hat ein Informations- und Mitbestimmungsrecht in Arbeitsschutzfragen (§87 BetrVG). Die GBU ist in Betrieben mit Betriebsrat dem BR vorzulegen.
Fazit
Eine gute Vorlage ist der einfachste Weg, mit der Gefährdungsbeurteilung anzufangen — aber sie ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass die Vorlage mit konkreten, tätigkeitsbezogenen Daten gefüllt wird, Maßnahmen klare Verantwortliche und Fristen haben und die Wirksamkeit dokumentiert wird. Wer langfristig plant, kommt um eine digitale Lösung kaum herum.
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